
Was wir erreicht haben
Ein Rückblick auf 16 Jahre Arbeit für die Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen und darauf, was aus den Zielen von 2010 geworden ist.
Die Verbandsgemeinde war 2010 schuldenfrei und ist es 2026 noch. Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis wirtschaftlicher Entscheidungen, einer starken Gewerbestruktur und solider Haushaltsführung. Trotzdem stand die Kasse nicht still. In 16 Jahren wurden ausgewählte Investitionen von rund 52 Millionen Euro auf den Weg gebracht, davon rund 22 Millionen Euro im Kernhaushalt. Hinzu kommen rund 30 Millionen Euro für die Abwasserreinigungsanlage ARANT in Grolsheim.
Rund 7,3 Millionen Euro flossen in Grundschulen, Ganztagsangebote, Schulhöfe, moderne Sanitärbereiche, WLAN und digitale Ausstattung. Seit 2021 erhalten alle Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse ein iPad. Die Außenstelle der Grundschule Sprendlingen wurde aufgelöst und alle Klassen wieder an einem Standort zusammengeführt. Ab 2024 übernahm die Verbandsgemeinde schrittweise die Betriebsträgerschaft für die Kindertagesstätten mehrerer Ortsgemeinden und entlastete damit die ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister erheblich.
Rund 1,8 Millionen Euro wurden in Gerätehäuser, Fahrzeuge, Zivilschutz und technische Ausstattung investiert. Die Feuerwehr zählt 280 aktive Mitglieder in allen zehn Ortsgemeinden, darunter 38 Frauen. In der Jugendfeuerwehr sind 48 Jugendliche aktiv, darunter 18 Mädchen. Das Beteiligungsprojekt Feuerwehr 2030 entwickelte gemeinsam mit den Feuerwehrangehörigen ein Leitbild, ein einheitliches Erscheinungsbild und einen Feuerwehrbedarfsplan. Dieser wurde im Juni 2026 vom Verbandsgemeinderat verabschiedet. Seit dem 1. Juli 2026 ist ein hauptamtlicher Feuerwehrgerätewart im Dienst.
Das größte Einzelprojekt der Amtszeit war ARANT, die Abwasserreinigungsanlage Nahetal in Grolsheim, mit einem Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro. Der Hochbehälter Sprendlingen mit 1.200 Kubikmetern Fassungsvermögen wurde 2016 in Betrieb genommen. Kanalnetz und Wasserleitungen wurden in vielen Ortsgemeinden erneuert.
Das Freibad Sprendlingen und das Hallenbad Gensingen wurden erhalten, modernisiert und barriereärmer gestaltet. Das Hallenbad wurde für rund 5,6 Millionen Euro saniert. Alle Ortsgemeinden sind durch Bürgerbusse oder Angebote des öffentlichen Nahverkehrs gut angebunden. Die Bibliothek Sprendlingen-Gensingen verzeichnet bis zu 60.000 Ausleihen pro Jahr und bietet weit mehr als klassische Bibliotheksarbeit. Im Medizinischen Versorgungszentrum Gensingen konnten weitere Fachärzte gewonnen werden.
2011 wurden die überörtlichen Tourismusaufgaben auf die Verbandsgemeinde übertragen. Mit der Marke Rheinhessische Toscana, neuen Wander- und Radwegen, der zertifizierten Hiwweltour Wißberg, dem Napoleonsturm und Veranstaltungsformaten wie WißbergWeinWandern und Farbenfrohem Wandern entwickelte sich die Region zu einem anerkannten Tourismusziel. Der Zweckverband LandRaum Wißberg koordiniert die interkommunale Zusammenarbeit rund um den Wißberg.
Zwei hauptamtliche Jugendpfleger, ein breites Ferienangebot, Jugendhäuser in den Ortsgemeinden und ein Jugendbus stärkten die Jugendarbeit. Das Inklusionsfest wurde zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens. Zahlreiche Beteiligungsangebote und Projekte wie das Jugend-Klimaschutzprojekt WirWollenMehr ergänzten das Angebot.
Der Nahedamm wurde saniert, der Aspisheimer Graben renaturiert und Gewässermaßnahmen in mehreren Ortsgemeinden wurden umgesetzt. Das gesamtgemeindliche Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept entstand in einem breiten Bürgerbeteiligungsprozess. Es wurde 2025 abgeschlossen und im März 2026 vom Verbandsgemeinderat beschlossen. Damit besteht eine strategische Grundlage für alle Ortsgemeinden. Die Investitionen in Wasser, Abwasser und Hochwasserschutz belaufen sich auf rund 33 Millionen Euro.
Bürgerbeteiligung war kein Versprechen für den Wahlkampf, sondern ein Grundprinzip der gesamten Amtszeit. Aus der Wahlbewegung 2010 entstanden dauerhaft aktive Strukturen wie Chance e. V. Die Initiative Ich bin dabei, der Wettbewerb Zukunftsstadt 2030+ und zahlreiche Dorferneuerungsverfahren brachten Bürgerinnen und Bürger in Planungs- und Gestaltungsprozesse ein. Die Ehrenamtskarte gewährt Vergünstigungen in den Bädern und beim E-Bike-Verleih.
Der Gewerbe- und Industriepark Bingen am Rhein und Grolsheim schuf mehrere hundert Arbeitsplätze und stärkte die Finanzkraft der Verbandsgemeinde. Unternehmerfrühstücke, Wirtschaftsförderung und regionale Kooperationen unterstützten die Ansiedlungserfolge. Von Januar 2023 bis Herbst 2025 versorgte ein mobiler Dorfladen die kleineren Gemeinden. Das Projekt fand überregionale Aufmerksamkeit und wurde im SWR vorgestellt.
Klimaschutz wurde früh als kommunale Aufgabe verstanden. 2013 eröffnete eine der ersten kommunalen Energieagenturen Deutschlands. 2.609 Straßenleuchten wurden auf LED umgerüstet und neun kommunale Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Das kalte Nahwärmenetz in Gensingen war das erste größere dieser Art in Rheinland-Pfalz. 2016 wurde die Verbandsgemeinde als eine von bundesweit 22 Kommunen in das Programm Masterplan 100 Prozent Klimaschutz aufgenommen. 2021 folgte der European Energy Award. Die kommunale Wärmeplanung wurde im November 2025 verabschiedet.
Kundenfreundliche Öffnungszeiten, ein modernes Bürgerbüro, Online-Anträge, ein Rats- und Bürgerinformationssystem und transparente Haushaltsinformationen verbesserten den Service. Neue Stabsstellen für Vergabe, Controlling, Qualitätsmanagement und Bürgerbeteiligung stärkten die Organisation. Die Verbandsgemeindewerke wurden 2012 in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt. Die Verbandsgemeinde war die erste in Rheinland-Pfalz, die ihren Haushaltsplan in bürgerlesbarer Form online stellte.
Der vollständige Rückblick
Die ausführliche Dokumentation enthält weitere Projekte, Entscheidungen und Hintergründe aus 16 Jahren Amtszeit.

