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8. September 2026Meine Position: Sachsen-Anhalt und was dieses Ergebnis uns sagt
Warum ich diesen Text schreibe
Am 6. September 2026 hat Sachsen-Anhalt gewählt. 43,8 Prozent für die AfD. Das ist kein regionales Phänomen und kein ostdeutsches Problem. Es ist ein Signal, das ganz Deutschland betrifft. Als Sozialdemokrat mit über 46 Jahren Parteimitgliedschaft kann und will ich dazu nicht schweigen.
Was das Ergebnis zeigt
Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben nicht plötzlich andere Überzeugungen bekommen. Sie sind erschöpft. Erschöpft von steigenden Energiepreisen, die ihren Alltag belasten. Erschöpft von sozialen Einschnitten, die das Gefühl hinterlassen, dass der Staat für andere da ist, aber nicht für sie. Und erschöpft von einer Außenpolitik, die Konfrontation über Diplomatie stellt.
Sanktionen, die Russland kaum treffen, aber deutsche Verbraucher mit explodierenden Energiepreisen belasten, sind kein Erfolgsmodell. Eine ehrliche Bilanz dieser Politik steht noch aus. Millionen Menschen in ganz Deutschland stellen dieselben Fragen. Sachsen-Anhalt hat sie nur lauter gestellt.
Das ist kein rechtsextremes Phänomen. Das ist politische Verzweiflung.
Warum die AfD trotzdem keine Antwort ist
Ich halte die AfD für eine zutiefst demokratiefeindliche Partei. Eine Partei, die auf soziale Spaltung setzt, Migranten zum Sündenbock macht und völkisches Denken salonfähig macht, wird die Probleme der Menschen nicht lösen. Sie wird sie verschärfen.
Wer aus Protest AfD wählt, gibt seine Stimme einer Partei, die kein Interesse daran hat, die Lebensbedingungen der einfachen Menschen zu verbessern. Das ist die bittere Wahrheit hinter diesem Ergebnis.
Was ich von meiner Partei erwarte
Dass Stimmen, die für Diplomatie statt Konfrontation und für soziale Gerechtigkeit eintreten, in Sachsen-Anhalt Zuspruch gefunden haben, zeigt: Diese Themen bewegen die Menschen. Sie warten darauf, dass die etablierten Parteien sie endlich ernsthaft aufgreifen.
Die SPD ist historisch angetreten, um genau für die Menschen da zu sein, die heute aus Verzweiflung eine andere Wahl treffen. Diesen Anspruch müssen wir zurückgewinnen. Nicht mit besseren Erklärungen, sondern mit besserer Politik.
Meine Haltung: Wer die Menschen verliert, verliert die Demokratie. Es braucht keinen neuen Aufwand, sondern einen echten Kurswechsel in der Sozial- und Außenpolitik. Dazu stehe ich, auch wenn das unbequem ist.
Sprendlingen, im September 2026
Manfred Scherer
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