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Warum ich diesen Text schreibe
Die Rentenkommission 2026 hat ihre Vorschläge vorgelegt. Ich finde, mehrere davon gehen zulasten der Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben, und der Umbau hin zu mehr privater Vorsorge ist der falsche Weg.
Die Kommission schlägt unter anderem vor, das Renteneintrittsalter langfristig an die Lebenserwartung zu koppeln, auf über 67 Jahre hinaus, die abschlagsfreie Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen, und einen Teil der Altersvorsorge künftig über persönliche, kapitalgedeckte Vorsorgekonten am Kapitalmarkt anzulegen. Dazu kommen eine schrittweise Einbeziehung von Selbstständigen, Abgeordneten und langfristig auch Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung, sowie höhere Beiträge zur Finanzierung des Umbaus. Begründet wird das mit der demografischen Entwicklung und der Notwendigkeit, das System langfristig zu sichern.
Grafik: KI-generiert (erstellt mit ChatGPT)
Meine Haltung: Ein höheres Renteneintrittsalter trifft Menschen in körperlich belastenden Berufen besonders hart, im Bau, in der Pflege, im Handwerk. Für sie bedeutet länger arbeiten oft nicht mehr Rente, sondern faktisch weniger, weil sie den späteren Renteneintritt gesundheitlich gar nicht durchhalten. Die Abschaffung der Rente mit 63 bricht den Vertrauensschutz für Menschen, die 45 Jahre und mehr eingezahlt und ihre gesamte Lebensplanung darauf ausgerichtet haben. Das ist kein technisches Detail, das ist ein Wortbruch gegenüber einer ganzen Generation.
Am kritischsten sehe ich den Plan zur kapitalgedeckten Vorsorge. Die gesetzliche Rente ist das mit Abstand sicherste System, das wir haben. Sie hängt nicht von Börsenkursen ab, nicht von Finanzkrisen, nicht davon, ob gerade ein guter oder ein schlechter Jahrgang an der Börse erwischt wird. Wer einen Teil der Altersvorsorge auf den Kapitalmarkt verlagert, verlagert damit auch das Risiko auf den einzelnen Menschen, und zwar gerade auf die, die sich das am wenigsten leisten können. Wer wenig verdient, kann Kursschwankungen nicht aussitzen. Diese Risikoverlagerung wird gerne als Modernisierung verkauft, ist aber im Kern eine Abkehr vom Solidarprinzip.
Ich sehe die Notwendigkeit, die Rente demografiefest zu machen. Aber der Weg dorthin darf nicht darin bestehen, das sicherste System zu schwächen und durch ein unsichereres zu ersetzen, während gleichzeitig ausgerechnet die mit dem geringsten Spielraum die größten Lasten tragen sollen.
Quellen
– Rentenkommission 2026, Vorschläge und Kritikpunkte im Überblick
Sprendlingen, im September 2026
Manfred Scherer
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